„Hier bin ich“ – Apostel Schulz zu Besuch in Stade

Am Mittwoch, den 24. Januar 2018, besuchte Apostel Schulz die Gemeinde Stade und hielt einen Gottesdienst über die Angebote Gottes und die Verantwortung für die eigenen Entscheidungen.

160 Gottesdienstteilnehmer saßen zum Gottesdienst in den Bänken der Neuapostolischen Kirche in Stade. Selbst für unsere Gemeinde war das eine ungewohnt große Schar für einen Mittwochs-Gottesdienst. Zusätzlich waren weitere Geschwister per Telefonübertragung (mittels eines auf dem Altar liegenden Handys) angeschlossen. Das Orchester spielte, der Chor sang und so herrschte schon vor dem Gottesdienst eine schöne Atmosphäre. Apostel Schulz legte dem Gottesdienst ein Bibelwort aus dem 2. Buch Mose Kapitel 3, Vers 4 zugrunde: „Als aber der Herr sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.“

Du bist da

Apostel Schulz stellte zu Beginn seiner Predigt fest, dass alle Anwesenden erst einmal da seien – unabhängig wie, wann und mit welchen Einstellungen. Selbst wenn einer nur jemand anderem zur Liebe da sein sollte, sei derjenige da. Dies nahm er zum Anlass auf die Kleinigkeiten in unserem Leben aufmerksam zu machen, die uns zu bestimmten Entscheidungen brächten. Gott mache sich in diesen Kleinigkeiten bemerkbar: Ein Gedanke, ein Wort, eine Begegnung, ein Händedruck, ein scheinbarer Zufall. Diese Kleinigkeiten seien Angebote Gottes und es sei unsere freie Entscheidung Ja oder Nein zu sagen.

Mose und der brennende Busch

Auf das Bibelwort Bezug nehmend sagte Apostel Schulz, man könne der Meinung sein, Mose sei ein berühmter Mann geworden, da in seinem Leben alles glatt gelaufen sei: Die steile Karriere vom Sklavenkind zum mächtigen Beamten im innersten Führungszirkel des Ägyptischen Pharaonenhofens, der Aufstieg zum Anführer der Israeliten und die Befreiung  des Volkes Israel aus der Sklaverei. Doch bei genauerer Betrachtung habe Mose einen extremen Absturz erleben müssen. Er habe einen Mord begangen und vom Königshof flüchten müssen, woraufhin er als Viehhirte untergetaucht sei und 40 Jahre lang ein einfaches Leben am untersten Rande der Gesellschaft geführt habe. Doch dann sei Gott ihm in dem brennenden Busch begegnet. Völlig überraschend und anders als man es erwarten würde, sei Mose von Gott beauftragt worden. Zunächst habe er verzweifelt nach Ausreden gesucht, doch letztlich habe Mose sein Leben geändert und den Auftrag Gottes erfüllt: Ein zweiter völlig unvorhersehbarer Bruch im Leben des Moses.

Gottes Angebot – unsere Entscheidung

Ähnlich wie Mose würde es uns manchmal auch ergehen. Gott würde mit einer Aufgabe in unser Leben treten und wir würden ohne Selbstvertrauen nach Ausreden suchen. Allerdings ermutigte uns der Apostel, dass Gott das Potenzial und die Kraft von jedem Einzelnen sehe, mit dem Ausruf: „DU BIST CHRIST“. Unabhängig davon wo Gott sich mit seinem Auftrag bemerkbar mache – sei es in der Predigt, in der Musik, im Gebet, in persönlichen Gedanken oder den scheinbaren Zufällen des Alltags – Gott ruft uns mit einem Angebot, das wir annehmen oder ablehnen können. Die Entscheidung liege bei jedem Einzelnen und jeder müsse die Verantwortung für diese Entscheidungen übernehmen. Bei der Wiederkunft Christi gebe es daher auch keine Ausreden. Wir entscheiden in unserem Leben immer wieder, ob wir uns auf das Angebot und den Ruf Gottes einlassen oder nicht.

Verantwortung übernehmen

So wie Gott für Mose einen Auftrag hatte, habe er auch für jeden von uns eine Aufgabe: Diese bestehe darin, Verantwortung in unserer Zeit zu übernehmen. Verantwortung für das eigene Seelenheil, Verantwortung für das Weiterkommen des Reiches Gottes und Verantwortung für den Nächsten. Dann würde man erkennen können, dass es sich um wahre Christen handelt, die an die Wirklichkeit des Reiches Gottes glauben. Dies alles mache Treue zu Christus aus, womit Apostel Schulz Bezug auf das Jahresmotto 2018 nahm.

Christen sind verrückt

Bezirksevangelist Niepel zitierte in seinem Predigtbeitrag einen Bezirksältesten, der die These aufstellte, dass man als Christ verrückt sein müsse. Die Erklärung folgte auf dem Fuße: Als Christ müsse man seinen Standpunkt „verrücken“ und manchmal eine andere Perspektive einnehmen. So wie Mose sein Leben ändern musste, sei es auch an uns mal etwas anders zu machen. Was schon Kleinigkeiten im Alltag auslösen würden, zeigte er mit der Ansage eines S-Bahn-Führers im morgendlichen Berufsverkehr. Schon der unübliche Wunsch für einen schönen und stressfreien Tag und eine angenehme und sichere Fahrt hätte bei den Fahrgästen ein gutes Gefühl ausgelöst, was sich an einem allgemeinen Lächeln bemerkbar gemacht habe.

Typisch Gott: Kleine Impulse

Bevor Apostel Schulz zur Feier des Heiligen Abendmahls überleitete stellte er abschließend fest, dass dieser kurze Gottesdienst mit allen seinen Facetten „typisch Gott“ sei. Denn Gott könne mit ganz wenig sehr viel bewirken. Er beendete seine Predigt mit dem Wunsch, die Gemeinde möge viel Freude bei der Umsetzung der kleinen Impulse Gottes haben.